Zum Hauptinhalt springen
rudi antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
08 Juni 2012 23:01
  • rudi
  • Offline
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Mehr
Es ist mühselig und eigentlich unnötig über solche Fragen nachzudenken.
Da könnte man ja gleich noch fragen:
"Ist das t(11;14) Myelom besser als das Del 13q oder das t(4;14) Myelom besser als das Del 17q (P53) :o

Und Patienten wie Marion und Christine und andere, die zur Zeit sehr verzweifelt sind können sicher solche Fragen nicht ernst nehmen.






Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

BrigitteP antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
08 Juni 2012 21:13
  • BrigitteP
  • 0 Beiträge seit
    09 August 2026
Mehr
Hallo Pat,

bei dieser Frage bleibt mir die Luft weg!

Kein Krebs ist besser oder schlechter, aber eigentlich alle mehr oder weniger tödlich. Wir hatten bisher im Familien- und Freundeskreis Prostatakrebs, Gebärmutterkrebs, Hirntumor, schwarzen Hautkrebs, Darmkrebs, und haben allein dadurch fünf Menschen verloren. Zählt nach:fünf Krebsarten,fünf Beerdigungen. Sicher, man stirbt auch an anderen Krankheiten, Unfällen usw., aber Krebs mit dieser Gewißheit eine nie 100%-ig heilbare Krankheit zu haben wünsche ich niemandem.

Ich habe damals unseren Onkologen so verstanden, dass das MM nicht so schnell behandelt werden muß wie andere Krebsarten,bei denen zum Teil wenige Wochen entscheidend sind. Also am Anfang nicht so agressiv. Aber besser oder schlechter ist damit wohl nicht gemeint.

Ich würde auch gern das MM meines Mannes verschenken,hätte sogar noch ein paar Extras, aber niemand ist interessiert. Danke für die Idee Kasperle.

Ich wünsche allen Betroffenen ein gaaaaaanz langsam oder besser, gar nicht wachsendes Myelom(Sch.....ding elendes!) oder am allerbesten eine Mittel dass diese Krankheit heilt. Möglichst morgen auf den Markt gebracht. Das wäre schön.....

Ich träum jetzt noch ein bisschen von dieser Zukunft und wünsche allen auch schöne Träume.

Brigitte

joseph antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
07 Juni 2012 20:52
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    09 August 2026
Mehr

Pat schrieb: - eine gute Wahl wäre,

Ist das MM also eher "harmlos"?


Hi Pat

Hätte ich die Wahl gehabt, ich hätt mich anders entschieden:wink:

Joseph

Kasperle antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
06 Juni 2012 20:17
  • Kasperle
  • 0 Beiträge seit
    09 August 2026
Mehr
Japp, schüttele den Kopf bei der Frage nach dem besseren Krebs...

Mein Männe hat einen Speiseröhrenkrebs mit LK-Metastasen rechts und ein MM und evt. auch noch einen Darmkrebs (unter Beobachtung, aber erst mal Nebensache lt. Internist). Könnte nicht sagen, dass davon irgendwas besser ist....

Besser ist KEIN Krebs....

Wir wollen "unseren" verschenken, egal welchen, bloss keiner will ihn...

Und aussuchen können wir uns es eh nicht...

Also Augen zu (oder besser Augen auf ) und durch

LG das Kasperle


Margret antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
28 Apr. 2012 13:18
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    09 August 2026
Mehr
...Ich musste bei der Formulierung "der bessere Krebs" beinahe bitter schmunzeln.

Ein Mediziner, der solch eine laienhaft-naive Aussage macht, disqualifiziert sich fachlich - es sei denn, es war als "netter Versuch" einer simplen, beruhigenden Floskel gedacht.

Abgesehen davon: Na und? Was nützte diese Feststellung?

Das Schicksal bittet uns ja nicht, eine uns angenehmere (Krebs-?)Karte zu ziehen, sondern teilt uns die Karten zu - und uns bleibt nur, nach bestem Wissen und mit bester Hilfe damit umzugehen. Nicht mehr, nicht weniger.

Wenn das Leben ein Kartenspiel mit Wunschmöglichkeit wäre, hätte wohl jeder von uns die Hand voller Asse und Joker...

Liebe Grüße in die Runde und uns allen immer ein As im Ärmel,
Margret




rudi antwortete auf Ist das MM der bessere Krebs?
27 Apr. 2012 15:47
  • rudi
  • Offline
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Mehr
Hallo Pat,
mir ist aufgefallen, daß du jeden Beitrag der anderen vollständig zitierst wenn du antwortest. Das ist nicht notwendig, denn direkt drüber in dem thread steht der Text des anderen ja sowieso. Das ist dann "doppelt gemoppelt". Zitieren ist bei einzelnen Sätzen aus einem längeren Beitrag angebracht, wenn man ganz speziell eine besondere Aussage nochmal hervorheben möchte.

Jetzt zum Thema:
Ist MM der bessere Krebs? wenn man ihn mit Pankreas-Krebs oder reinem Knochenkrebs und einigen anderen tauschen müsste wahrscheinlich schon, aber sonst zählt das MM ja zur Gruppe der niedrig malignen Non Hodgin Lymphome.
Niedrig Malign bedeutet ja "langsamwachsend" bzw. wenig aggressiv zunächst mal !
Und so ist es ja auch. Das Myelom entwickelt sich oft unbemerkt über Jahrezehnte bis es mal spürbare oder diagnostizierbare Symtome zeigt.

Meist geht der verlauf über zig Jahre MGUS und dann noch einige Jahre smoldering Myelom und teilwiese dann sogar noch eine Zeit mit indolentem Myelom - bis dann schließlich mal ein Myelom im Stadium 3 A vorliegt.

Nun ist es aber häufig so, daß bei den meisten das MM erst im Stadium 3 A oder sogar in Einzelfällen in Stadium 3 B entdeckt (diagnostiziert wird) wird. Und dann beginnt auch unmittelbar aus Dringlichkeit die Therapieabfolge.

Die Überlebensstatistiken beginnen meistens bei Diagnosestellung und sehr oft sogar erst bei Therapiebegin mit der Erfassung der Überlebensjahre dieser Patienten.
Dann kommen diese scheinbar kurzen Überlebenszeiten von 2-3 Jahre bei konventioneller Therapie und 5-6 Jahre bei Patienten unter 65 mit autologer SZT heraus.
Obwohl diese Patienten das Myelom in den Anfangsphasen schon zuvor eventuell 10 bis 20 Jahre schon in sich trugen (nicht ausgebrochener Vulkan).

Wenn man bedenkt, daß die Zellteilung bei Myelomzellen in der Anfangsphase und bis es mal richtig aggressiv entartet nur alle 4-6 Monate stattfindet, dann ist das ein sehr gutmütiger und langsam wachsender Tumor.
Und ca. 75% aller Myelome sind solche eher langsam wachsende Myelome.
Ca. 25% der Myelome wiesen eben diese "hochrisiko Genveränderungen" auf und sind deshalb aggressiver und die Myelomzellen teilen sich viel schneller.

Im Verlauf des gesamten Krankheitsablaufes werden aber fast bei allen Myelom Patienten die Myelomzellen durch neue Mutationen bzw. neue Genverändrungen immer aggressiver. Auch die Therapien selbst, z.B. Chemotherapie mit Melphalan und speziell HD Chemos oder auch Bestrahlungen können die Myelomzellen "gentechnisch Verschlimmern".
So ist auch die zunehmende Resistenz der Myelomzellen nach Chemotherapien zu erklären, denn jede neue Genveränderung macht die Zellen wieder mehr resistent gegen Medikamente.

Der Zeitpunkt der Diagnose ist quasi primär ausschlaggebend für das Gesamtüberleben.

Wird einer mit MGUS im frühen Statium erkannt, hat er locker 15-30 Jahre Lebenserwartung !

Wird einer aber erst mit fortgeschrittenem späten Stadium 3 erkannt, dann hat er eben nur noch die in der Literatur stehenden 2-6 Jahre Lebenserwartung.

Beide leben aber paradoxerweise in etwa gleich lang, nur bei dem einen wurde es eben früh erkannt und beim anderen sehr spät.

Was ist einem jetzt lieber - ist die Frage ?




Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com