Hallo Liberty,
ich grüße dich auch hier!
ich kann zwar die Position einer Tochter zum Vater nicht nachvollziehen, nur rum gedreht, Tochter zum Vater/Mutter...
Aber ich denke, in diese neue Rolle wächst man auch ein Stück rein, das dauert eben ein bisschen...
Als ich meine Diagnose bekommen habe, war meine Mutter die 500 km zu mir direkt hoch gebraust. Sie wich nicht mehr von meiner Seite, und das war schön. Für eine gewisse Zeit.
Man freut sich immer über Besuch, aber (persönliche Meinung) in der Akutphase der Chemo... Da ist man so mit seinem Körper beschäftigt, da reicht ein kurzer Besuch dicke aus, und du schreibst ja auch, dass dein Vater nicht alleine ist.
Das muss er lernen, ganz klar zu formulieren, wann er Besuch haben will und wann nicht... Das mag sich jetzt blöd anhören, aber ein Besucher im Zimmer kann sehr anstregend sein, und wenn man den aus Höfflichkeit nicht wegschickt, tut man sich selbst manchmal nichts gutes..! (Das soll jetzt nicht gegen Besuche sprechen, um Gottes Willen!

)
Ich habe Leute oft weggeschickt: "Ich will jetzt schlafen, danke dass du da warst." Genauso bei Bedarf angerufen: "Jetzt kannst du gerne wieder kommen, danke."...^^
Während ich meine allogene SZT hatte, hatten meine Eltern einen Urlaub gebucht, eine Woche Franken... Den wollten die absagen. Das habe ich, wie auch dein Vater bei dir, ganz klar abgewiegelt... Warum? Man will doch nicht das Leben seiner Angehörigen mit runter ziehen, das tut man schon durch die Krankheit unfreiwillig genug...
Meine Sicht, ich weiß nicht, ob dein Vater das ähnlich sieht...
Kläre mit deinem Vater in einem direkten ehrlichen Gespräch ab, dass ihr immer direkt formliert, wenn du/er Hilfe braucht und wenn nicht... Das vermeidet ein "schlechtes Gewissen, weil man nicht da war."...
lg lara