Hallo maennes,
zu Deinen weiteren Fragen:
Der aktuelle Standard ist (noch) "mindestens 1:100.000" (1:10^5). Dies liegt aber unter anderem an den von mission_remission genannten limitierenden Faktoren der hochsensitiven Tests (dazu weitere Faktoren wie die Kosten sensitiverer Tests). Auch gibt es diese Tests noch gar nicht so lange, so dass vermutlich die Empfehlungen für die Definition der MRD-Negativität künftig irgendwann einmal angepasst werden dürften.
Die Frage, ob man sich Sorgen machen sollte, können auch Experten aktuell nicht beantworten: Wenn Du aktuell MRD-positiv bist (wohlgemerkt bei der höchsten Sensitivität, die aktuell machbar ist!), heißt das beispielsweise nicht, dass Deine Erhaltungstherapie nicht wirkt und Du etwas ändern müsstest. Es kann durchaus sein, dass Du aufgrund der fortgesetzten Therapie beim nächsten Mal MRD-negativ bist.
Umgekehrt heißt MRD-negativ selbst bei einer Sensitivität von 1:1.000.000 (1:10^6) nicht, dass Du "aus dem Schneider" bist - es können trotzdem (wenige) Myelomzellen verblieben sein, die dann bei der nächsten Messung entdeckt werden. Und wenn wenige Myelomzellen vorhanden sind, heißt das auch nicht, dass die Krankheit aktuell voranschreitet - vielleicht sind die Myelomzellen auch wenig aggressiv und schlummern gerade noch irgendwo vor sich hin.....
Aufgrund all dieser Unsicherheiten wird aktuell intensiv diskutiert, ob MRD-Messungen im klinischen Alltag eigentlich überhaupt (schon) standardmäßig durchgeführt werden sollen (derzeit nicht empfohlen) bzw. ob und welchen Einfluss das Ergebnis einer MRD-Messung auf die Therapie-Empfehlung haben sollte (aktuell meines Wissens keine).
Fazit: Wegen einer einzelnen Messung würde ich mir aktuell nicht allzu viele Sorgen machen (zumal wenn keine anderen Krankheitskriterien erfüllt sind). Natürlich ist negativ besser als positiv, aber das heißt nicht automatisch, dass Du mit Deiner aktuellen Therapie nicht genau auf dem richtigen Weg bist. Ich selbst war bei der Umstellung des MRD-Messverfahrens auf eine sensitivere Methode auch zunächst positiv (zuvor immer negativ). Zwischenzeitlich bin ich auch bei hoher Sensitivität MRD-negativ (Erhaltung mit 5mg Rev) Interessant fände ich daher an Deiner Stelle die Entwicklung der Werte im Zeitverlauf (also ist der Anteil der ermittelten Myelomzellen bei der nächsten Messung (in einem Jahr?) gestiegen, gesunken, konstant...)
Liebe Grüße und viel Erfolg
Triple M
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