Hallo lieber Hr. Martin,
wichtig ist, dass erstmal weiter untersucht wird - Knochenmarkpunktion wird übrigens am Hüftknochen gemacht, nicht am Rückenmark.
Akut und dringend ist wohl nichts bei dir - also erstmal versuchen zu entspannen.
Deine Werte sehen erstmal nicht allzu dramatisch aus. Das erhöhte IgA ist mit 883 mg/dl noch nicht allzu hoch - zum Vergleich: erst bei 5000 mg/dl würde man bei diesem Punkt eine Therapieeinleitung in Betracht ziehen. Andererseits entwickelt sich IgA-Typ MM in der Regel schneller als IgG-Typ - drum siehe unten Punkt 3.
Deine IgG und IgM sind erniedrigt, das heißt du könntest vermehrt zu Infekten neigen, auch Ausschläge, Herpes usw. Versuche dein Leben ab sofort weniger infektgefährdend zu führen (Menschenmengen meiden, weniger Hände schütteln, öfter Hände waschen, öffentliche Bade/Wellnessanstalten meiden, usw.)
Der einzige Wert, der mir stärker ins Auge sticht, ist das ß2-Microglobulin. Das ist mit 3,09 doch recht hoch für MGUS. Könnte ein Zeichen für derzeit erhöhte Tumoraktivität sein, oder deine Nieren funktionieren nicht wie sie sollen.
1. Der Hämatologe sollte mal auf ß2 in Zusammenschau mit Albumin schauen, diese Werte gelten als prognostische Parameter beim Myelom-Staging (ISS). Ab ß2 > 3.5 wäre man in Stage 2.
2. Lasse deine Nierenfunktion untersuchen (z.B. der Kreatinin Wert ist wichtig)
3. Bestehe darauf, dass erstmal spätestens alle 3 Monate bei dir wieder Labor gemacht wird, damit die Entwicklung ß2-Microglobulin Wert und IgA fürs Erste unter Kontrolle bleibt (oft wollen die Ärzte MGUSler erst in 6-12 Monaten sehen)
Alles Gute beim Termin
LG Gex
Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR