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Mapoli antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 22:33
  • Mapoli
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    18 Juni 2011
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Hallo!
Eigentlich halte ich mich aus solchen Diskussionen gerne raus, aber irgendwie habe ich doch das Bedürfnis mich zu äußern, ich kann alle Seiten verstehen. Was habe ich für Zweifel gehabt. Und Ihr alle hier habt mir mit all Euren unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen bei all meinen Entscheidungen geholfen. Das macht doch ein Forum aus. Man bekommt neue Sichtweisen auf die Dinge und wird dadurch etwas aus der endlosen Schlange des Nachdenkens ein Stückchen weit herausgeholt. Besonders die kontroversen Gedanken bringen uns doch zum Nachdenken. Auch wenn man danach trotzdem anders entscheidet, aber man hat die Möglichkeit seine Meinung zu ändern und die Erfahrungen anderer gehört.

Ich selbst habe vor vielen Jahren einen älteren Herrn gekannt, der an Darmkrebs erkrankte und Operationen und Behandlungen gegen den Rat der Ärzte ablehnte. Er lebte noch einige Jahre glücklich mit der Erkrankung. Leider ist mir nicht bekannt, ob er and den Folgen der Erkrankung, oder an "Altersschwäche" gestorben ist. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich Ihn damals nicht verstanden habe, aber bei seinem Tod gedacht habe, es war gut so, er hat glücklich gelebt. Für ihn war es sicher die richtige Entscheidung, da er immer besonders naturbewusst gelebt hat und eine Operation für Ihn mehr Einschränkungen bedeutet hätte.

Jeder ist zunächst einmal für sich selber verantwortlich. Keiner kann einen dazu zwingen, sich einer Behandlung zu unterziehen, die man nicht möchte, oder die man für nicht wirkungsvoll genug hält.
Wenn man eine Partnerschaft oder Ehe eingegangen ist, ist man aber auch ein Stückchen weit mit verantwortlich für den anderen. Ganz wie schon Antoine de Saint-Exupéry sagte: du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du dir vertraut gemacht hast.

Ich weiß sehr gut, wie unsere Angehörigen leiden, ich sehe das täglich bei meinem Mann. Es ist für mich fast unerträglich zu sehen, wie er nervlich abbaut und Angst um mich hat. Wie er auch darunter leidet, dass seine Zukunft anders verlaufen wird, als er es sich erträumt hat. Ich sehe, wie er darunter leidet, über die Zukunft nachzudenken, die Zukunft unserer Kinder. In meinem Freundeskreis sind im letzten Jahr 3 liebe Freunde an Krebs gestorben, sie waren alle grade um die 40. Ich habe mit Ihren Familien geweint und sehe wie Ihre Partner und Kinder täglich leiden. Alle 3 haben gekämpft und dadurch sicher eine schwere Zeit gehabt, aber alle 3 haben dadurch sicher einige Zeit länger gelebt. Und ich brauch nicht die Kinder oder Ehepartner fragen, ob sie dafür dankbar sind.

Auch die andere Seite ist mir vertraut. Ich selbst habe unmittelbar vor meiner Diagnose meine an Krebs erkrankte Mutter gepflegt und die Zeit war sehr schwer. Aber ich habe trotz aller Strapazen so sehr gehofft, dass ihr noch irgendwas helfen kann. Es war für mich am schwersten, als die Ärzte sagten, es gäbe keine Therapie mehr. Man ist als Angehöriger sowieso viel hilfloser als der Patient selbst.
Mein größter Respekt gilt unseren Angehörigen!

Kämpfen lohnt sich immer und ganz gewiss gegen den Tod, denn kämpfen wir da gegen nicht schon seit wir auf der Welt sind?

Aber: jeder hat das Recht, frei zu entscheiden, ob er sich behandeln lassen möchte, oder nicht. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Und nur der Patient selbst kann einschätzen, ob er die Kraft hat zu kämpfen. Ich habe grade ein Buch gelesen, in dem auch die Chemotherapie sehr stark kritisiert wird. "Krebs natürlich heilen: Wie sie sofort beginnen können, ihre Gesundheit zu retten" Das Buch hat mir nicht gut getan. Aus meiner beruflichen Erfahrung heraus weiß ich, dass man Krebs nicht alleine mit natürlichen Mitteln heilen kann und dass solche übertriebenen Diäten sogar krank machen können. Auch da gibt es Leute, die sich frei für eine solche Art der Therapie entscheiden.
Aber auch aus meiner beruflichen Erfahrung heraus habe ich eine gesunde Skepsis gegen die Pharmaindustrie. Ich habe selbst zu oft erlebt, wie Medikamentenstudien gemacht werden und gesehen, welche finanziellen Konstrukte da hinter stehen. Darum habe ich bei meinen Kindern auch eine sehr kritische Meinung zum Thema Impfen. Die Pharmaindustrie ist viel zu mächtig. Ich denke auch oft darüber nach, wie sehr ich meinen Körper durch die Therapie schwäche und schädige. Mich würde es vielleicht auch sehr interessieren, mal einen Erfahrungsbericht von einem Patienten zu lesen, der auf jegliche Therapie verzichtet hat, aber ich hätte zuviel Angst zu erfahren, dass er es nicht geschafft hat.

Nochmals: Jeder hat das Recht seine Entscheidung selbst zu treffen und wir dürfen es nicht kritisieren. Nur Denkanstöße geben.

Jazzer, ich bekomme bei Deinen Beiträgen vom 16.August den Eindruck, dass Du genau danach suchst. Du möchtest Für und Wieder abwägen und gerne weiter ohne Therapie auskommen, Du bist aber auch wütend, wie wir alle. Wütend auf die Erkrankung, wütend auf die Ausweglosigkeit und vielleicht doch auch ein wenig depressiv - nein, verzeih, ich möchte Dir damit nicht zu nahe treten. Ich kann es nicht beurteilen, es scheint mir nur so, weil ich diese Art von Gefühlen so gut kenne. Jeder von uns kennt sie. Jeder von uns hat manchmal keine Lust mehr. Keine Lebenslust mehr. Jeder von uns schreit das manchmal heraus, ob laut oder leise. Gut, dass uns dann unsere Angehörigen wieder auffangen. Danke, dass es sie gibt. Auch für sie, aber ganz besonders für uns selbst, lohnt es sich zu kämpfen.

Puhhhh. dafür, dass ich mich raus halten wollte, habe ich ganz schön viel geschrieben :oops:

LG
Ma

joseph antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 22:33
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Hallo Jazzer

Ich habe einen Forumteilnehmer (altes Forum) persöhnlich gekannt, der jede weitere Therapie ablehnte,

er war damals anfang 48, zu dem Zeitpunkt war ich 46 und voll in Therapie

er glaubte, sein Glaube (Budda) würde ihm die nötige Kraft geben

ich glaubte nur an mich selber

knappe 6 Monate hat er es noch geschaft mit Buddas Hilfe

bei mir sinds 9 Jahre und 5 Monate seit Diagnose und Therapiebeginn

und

ich glaub immer noch an mich selber

aktuel ohne Therapie ( war in der Zwischenzeit schon 5 Jahre ohne)

da ich mit 54 immer noch Ziele habe, die ich mit einer tollen Frau erreichen möchte

von Reisen, gutes Essen über tollen Wein trinken (aktuel in Diätprogramm, möchte meine Stammis multiplizieren)

ok, du schreibst, bist 68 ......... du möchtest keine 80 werden, glaubst du wirklich, dass dein Partner dich sooo einfach loslassen möchte ?

Wer weiss, vielleicht sitzen wir irgendwann in ein paar Jahren mal in einem schönen Kaffee zusammen und lachen über die geschrieben Texte ............... wer weiss das heute

Beatrice von Doste, war eine tolle Kämpferin, glaub mir, sie hätte gerne noch einige Jahre dran gehängt, den Urlaub im Juni in Griechenland hat sie genossen, dass das Schicksal so hart zuschlägt, konnte keiner ahnen.

Wie oben erwähnt, es gab einen ............. aktuel ist mir keiner bekannt der zu 100% auf Therapien verzichtet, ausser Stadium 1 oder MGUS-ler

Liebe Grüsse

Joseph

trekerberni antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 22:09
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Hallo Jazzer,

mit soviel egoismus tust du deiner Frau, die dich sicherlich sehr lieb hat, bestimmt sehr weh. Vieleicht sollte man die Angehörigen auch mal nach ihren Gefühlen fragen.

MfG Bernhard

Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu Ende

Diddlmaus antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 20:40
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Hey jazzer,

was einer auf sich nehmen will und was nicht, ist eines jeden selber Sache! Wenn Du mit ü 60 findest, dass Du nun genug gelebt hättest, dann ist das wohl so...

dem Forum aber generell zu vermitteln, dass ein einzelnes Leben es nicht wert wär soviel Aufwand zu betreiben, könnte den ein oder den anderen krànken.

Eine verdammte Frechheit (tschuldigung für die nicht so feine ladylike Wortwahl) ist es aber, Margret (und damit gewissermassen allen Angehörigen) Ahnungslosigkeit zu unterstellen.

Wenn einer ahnungslos ist, dann am ehesten der jazzer selber. Keine Ahnung von Therapien. Kopf in den Sand und ergeben. Wie das gelähmte Karnickel vor der Schlange.

Das Ende kommt bei uns allen. Ob krank oder nicht. Ich empfinde es allerdings als einigermassen pietätlos allen gegenüber die mit der Krankheit leben möchten. So manch einer hätte liebend gern noch weitere Strapazen auf sich genommen. So mancher hat mit Würde dem unverweigerlichen Ende entgegengesehen. Du hättest das Glück, dass man Dir noch helfen könnte...und Du wirfst diese Chance weg.

Ich hab das komplette Programm hinter mir und war bei der Diagnose 34, im Sprechzimmer des Arztes meinen 4jährigen Sohn auf dem Schoss...da ist Sterben keine Option!!!

Alles Gute für Dich!!!

"Sometimes gifts come in strange packages"

"Wenn das Leben Dir Zitronen gibt - mach Limonade draus."

"Das Leben geht weiter - auch wenn es humpelt!"

Anke antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 19:52
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Hallo Bernhard
Du hattest eine allo-Tx. Kannst du mir berichten?.!

Danke Anke

Anke antwortete auf Keine Behandlung
17 Aug. 2014 19:37
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Hallo Margret

Du hast es auf den Punkt gebracht!!!!!!!!!!!!!!

Es lohnt sich auf alle Fälle zu kämpfen. Es gibt kein zweites Leben!!!!
Ich hatte heute einen wunderschönen Tag in der Natur!

Gruß Anke